Teil 1 des Inputs vom Männertag 2025 von Jonas Reinöhl, Lesezeit ca. 4min.
Wann war bei dir das letzte Mal ein Moment, in dem etwas einfach nicht funktioniert hat? Eine Sache, bei der du dir Mühe gegeben hast, aber trotzdem gescheitert oder ins Stocken geraten bist?
Vielleicht hast du aktuell ein Problem, das dir Sorgen und Entmutigung bereitet. Jeder von uns kennt dieses Gefühl, wenn eine Herausforderung größer wirkt als unsere Kraft – und wir uns fragen, ob wir dem Ganzen überhaupt gewachsen sind.
Solche Momente kennt jeder von uns. Sie treffen uns an Punkten, an denen wir sowieso schon dünnhäutig sind, und sie können uns schnell entmutigen.
Ich zum Beispiel werde immer wieder entmutigt, wenn ich daran denke, dass ich mein Theologiestudium nicht beendet habe. Ich habe keinen Schein, der beweist, wie kompetent ich bin. Und das obwohl ich komme aus einer Familie, in der Leistung extrem wichtig ist. Man soll etwas Gescheites lernen, etwas, das zeigt, was man wert ist. Fast schon identitätsstiftend:
Ich kann etwas, ich leiste etwas – also bin ich etwas. Ich bin, weil ich tue. Kennst du das?
Und selbst bei der Vorbereitung auf diesen Input rund um das Thema „Ermutigung“ kam dieser Zweifel wieder hoch. Ein Freund von mir, ein studierter Theologe, sagte einmal zu mir: „Wenn man seinen Scheiß im Griff hat, braucht man keine Ermutigung. Ich hab meinen Scheiß im Griff. Ermutigung ist nicht wichtig.“
Dieser Satz hat mich verunsichert. Wegen seines Studiums, seines Wissens, seines Titels fühlte ich mich plötzlich kleiner. Aber stimmt das überhaupt? Oder hat auch er einen blinden Fleck mit seiner Ansicht?
Brauchen wir Ermutigung in unserem Leben? Oder ist alles am Ende egal?
Ich bin davon überzeugt: Wir brauchen Ermutigung. Jeder braucht Ermutigung. Aber was ist das überhaupt?
Ermutigung ist die Fähigkeit, Resilienz und Kraft im Angesicht von Herausforderungen freizusetzen und neuen Antrieb zu bekommen. Ermutigung gibt Kraft, Schub, Richtung und inneren Antrieb.
Aber warum brauchen wir das?
Weil unser Leben Output braucht, weil unser Tun einen Unterschied macht und weil es nicht egal ist, ob wir aufgeben oder weitermachen.
In folgenden Lebensbereichen brauchen wir Ermutigung …
… um für unseren Lebensunterhalt und unsere Familie zu sorgen, um das, was uns anvertraut wurde, gut zu verwalten und etwas aufzubauen, das nächste Generationen stärkt. Ohne Ermutigung fallen wir in Passivität, mit Ermutigung fangen wir an zu gestalten.
… um unsere Gaben zu entdecken, sie zu entfalten, unsere Talente zu vermehren, Frucht zu bringen und Salz und Licht zu sein, damit die Welt besser, heiler und gerechter wird – durch unseren Einfluss.
… um unsere Berufung zur Ehre Gottes zu leben, mit unserem Tun Wirkung für Gottes Reich und die Gesellschaft zu erzeugen, ein Segen zu sein, Hoffnung zu verkünden und Menschen näher zu Gott zu führen.
… um uns selbst gut zu führen, auf uns zu achten, genug Ruhe zu haben, um nicht auszubrennen, unseren Körper als Tempel Gottes zu respektieren, unser Herz zu schützen und unsere Beziehung zu Gott zu vertiefen. Damit wir nicht nur funktionieren, sondern gesund leben. Damit wir aus unserer Beziehung zu Gott gesund Frucht bringen können.
Zusammengenommen brauchen wir Ermutigung, um nicht aufzugeben, sondern
am Ende unseres Lebens zu hören:
„Gut gemacht, mein treuer und gerechter Knecht. Gut gemacht, mein geliebter Sohn.“
Ja, ich glaube, wir werden Rechenschaft ablegen für das, was wir getan und was wir nicht getan haben. Sonst wäre alles nichtig. Aber es ist nicht sinnlos. Es ist nicht egal.
Es macht einen Unterschied, dass es dich gibt. Es macht einen Unterschied, was du tust!
Sei ermutigt! Gib nicht auf!
Sei mutig und stark!
Dein Jonas
PS: Weitere Impulse folgen